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Das Züricher Designbüro Interactive Things hat gerade seine Favorites für Visualisierungstools auf ihrer Info-Seite online gestellt. Alles in allem handelt es sich um 25 Lieblings-Tools. Schon die Teaser-Bildchen machen Lust darauf, gleich loszulegen, um genauso schillernde grafische Kunstwerke herauszubekommen, wie in den Abbildungen versprochen werden. Auch mich juckt es in den Fingern.

Aber dann kommt’s – welche Daten sind es denn wert, visualisiert zu werden? Wo kommen die Daten her? Ist die Quelle zuverlässig? Nach welchen Kriterien werden die Daten ausgewertet? (Zitat eines Autoren eines interaktiven Krimis nach der Veröffentlichung der erzielten Mediendaten: “Man muss genau wissen, welche Zahlen man zu Rate zieht.”) Was genau will man denn zeigen? Welche These gilt es zu beweisen, widerlegen oder zu entdecken? Vor der Visualisierung kommt die Analyse, fürchte ich und dann ist der Bling-Bling-Spaß auch schon vorbei. So scheint es zumindest.

OK GO Album Cover, gestaltet von Stefanie Posavec

Quelle: http://www.see-conference.org/stefanie-posavec/
OK GO Album Cover, gestaltet von Stefanie Posavec

Auf der letzten see-conference, der Konferenz zur Visualisierung von Information, berichtete Stefanie Posavec von ihrer Arbeit mit Daten. Sie bezeichnet sich selbst als Datenillustratorin, was sich offensichtlich von der gängigen Vorstellung der Datenvisualisierung absetzt. Und tatsächlich ist sie anders. Sie ermittelt ihre Ergebnisse allesamt von Hand, wertet sie manuell aus und wandelt sie ebenso manuell in Grafik um. Im Saal hat sie die Anwesenden in zwei Lager geteilt. Es gab die einen, die kopfschüttelnd abschalteten, mit der Bemerkung, die Grafiken könne man doch per Code viel schneller visualisieren und sooo neu seien doch ihre Visualisierungen auch nicht. Und es gab die anderen, die nach dem ersten Erstaunen über soviel liebenswerte augenscheinliche Rückständigkeit bemerkten, welche Chance in dieser oft tagelang dauernden manuellen Beschäftigung mit Inhalten und der Offenlegung ihrer charakteristischen Strukturen liegt. Die in Inhalten verborgenen Daten zu entdecken ist die eine Kunst, sie ihrem Charakter und der Aussage gemäß zu visualisieren die andere. Beides gehört zusammen. Das wissen die Experten von Interactive Thnings natürlich auch – man kann es nur nicht so sexy verpacken.

 

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